1.-40. Espresso

März 27, 2011

Zum leichteren Nachlesen die vorhergehenden Kapitel in chronologischer Reihenfolge: 1. – 40. Espresso

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35. Espresso

Februar 7, 2011

Seltsam unerwartet für Georg war diese Wendung am Ende des Gespräches. Die lärmende Schulklasse kam ihm nun entgegen und holte ihn zurück in den Park am Castello. Warum hatten sie sich ihrer Liebe versichert, wenn bei beiden keine großen Gefühle mehr da waren. Georg war durcheinander. War es Vertrautheit? War es vielleicht doch mehr, was sie zusammenhielt, als der Komfort einer eingespielten Gemeinschaft. Oder war es die Angst, den letzten Schritt zu machen. War es ein Neuanfang in ihrer Beziehung? Ein neues Feld tat sich für seine Tätigkeit als Neuanfangswissenschaftler auf. Wieviele Neuanfänge geschehen fast unbemerkt. Etwas ändert sich vollkommen im Innern, aber der äußere Rahmen bleibt bestehen.

Man müßte eine Liste von Zeichen entwickeln, an denen man ablesen könnte, dass es sich untrüglich um einen Neuanfang handelt, obwohl niemand ihn bemerkt. Damit wäre er in diesem Forschungszweig auf Jahre unerreichbar. Er sah bereits das Cover der dazu passenden Veröffentlichung seiner Forschungsergebnisse vor sich: ‚Das Neue im Alten‘. Ein schöner offener Titel. Auch hervorragend für Vorträge zu jeglichen Anlässen geeignet. Er müsste versuchen herauszufinden, warum manche Menschen es nicht bemerken, dass sie ganz von vorne anfangen. Warum sie denken ‚Tja, ich mach‘ mal weiter‘, während sie es nun völlig neu angehen.

Nun gut, er würde die Neuanfangswissenschaft damit in die Nähe der obskuren philosophischen Wissenschaften führen. Georg war sich jedoch sicher, dass sich schon ein paar mathematische Formeln entwerfen ließen, die niemand verstehen würde, die aber den Status eines fundierten Universitätsfaches sicherten. „Summe der beibehaltenen Faktoren dividiert durch die Differenz von Änderungen und Beibehaltenem multipliziert mit dem Lebensalter abzüglich der Wurzel aus durchschnittlicher Lebenserwartung multipliziert mit dem Produkt aus p und der Anzahl von an der Situation beteiligten Daumen sowie der Differenz aus bisher erfolglosen und erfolgreichen Neuanfängen beim Untersuchungsobjekt. So ähnlich könnte das funktionieren“, dachte er sich.

Andere Felder ergäben sich aus der Suche nach typischen Neuanfängern und notorischen Neuanfangsverweigerern. Aus letzteren müßte er dann die Gruppe der unbewußten Neuanfänger separieren. Wenn er die dazu notwendigen Indikatoren bestimmt hätte, könnte er sich dann selbst die Frage beantworten, zu welcher Gruppe er und Anna nun gehören würden. Ihm wurde klar, dass diese Forschungsaufgabe nicht so nebenher zu erledigen wäre. Ohne ein Heer an Assistenten, die ihm zuarbeiten würden, wäre eine derartige Fragestellung nicht einmal in Frage zu stellen.

Sofort stellte sich eine andere Frage seinen Gedanken in den Weg: „Musste das mit dem ‚Ich hab‘ dich lieb – Ich dich auch‘-Gesäusel wirklich sein?“

Erleichtert stellte er fest, dass auch hier die Wissenschaft von den Neuanfängen in Zukunft Erklärungen anbieten würde. „Vielleicht gehört das einfach zu dem Versuch neu anzufangen, ohne deutlich zu machen, das etwas geändert werden soll? Wer weiß. Hier wird man eine ausreichend große Menge an standardisierten Interviews führen müssen.“ Georg sah zum Himmel. Es gab keinen Sonnenuntergang, keinen Sonnenaufgang. Hier müßte er, für den Fall, das tatsächlich gerade ein Neuanfang stattgefunden hätte, bei Haag eine Null in die Liste eintragen. „Vielleicht ist das mit den leuchtenden Farben am Himmel auch nur eine Neuanfangsform im Film und in mäßigen Manuskripten? Vielleicht fehlt hier tatsächlich jeglicher Bezug zur Realität?“

34. Espresso

Januar 24, 2011

„Auf lange Zeit“, kam es halb fragend zurück.

„Ja, genau das meine ich. Keiner von uns redet noch von Heirat. Von immer zusammen bleiben und so. Was sollen wir denn auf eine Einladungskarte schreiben? Das Team Wengen und Haag gibt die Verlängerung der erfolgreichen Zusammenarbeit mit nun unbegrenzter Vertragsdauer bekannt? Wir leben eingespielt nebeneinander. Das ist alles komfortabel. Aber wir machen uns keine Gedanken mehr übereinander.“

„Also, ich mir schon“, fuhr Anna dazwischen.

„Auch schon, bevor ich in den Zug gestiegen bin?“ Georg wartete, bevor er weiter sprach. „Ich bin vorhin stutzig geworden, dass ich mir nie Gedanken über dich und Peter gemacht habe. Ich habe keine Ahnung, woher ihr euch kennt. Ob ihr vor unserer Zeit schon mal ‚was miteinander hattet. Warum eure Art des Kontaktes, wenn wir mal zu dritt oder mit anderen zusammen waren, immer diese seltsame Mischung aus Herzlosigkeit und Vertrautheit hatte. Das Problem ist nicht, dass ich das nicht weiß – obwohl, das ist auch ein Problem, aber erst jetzt – das Problem ist, dass ich nie stutzig geworden bin, dass mich das nie interessiert hat.“

„Ja, eine gewisse Gleichgültigkeit hast du schon immer an den Tag gelegt. Ich wußte nie, ob ich sie als typische Zerstreutheit von überarbeiteten Menschen aus der vergeistigten Literaturszene tolerieren muss oder als großes Maß an Selbstbewusstsein bewundern soll. Meist war’s dann so, dass ich es klasse fand, wie sicher du dir meiner Liebe warst.“

„Ja, ich war mir da auch sicher. Aber nur, weil ich auch nie stutzig wurde, nie Fragen gestellt habe, alles als in Ordnung bezeichnet hätte. Was war mit Carlo. Warum musstest du immer unterstreichen, dass er bi war? Was war mit Peter früher oder vielleicht sogar, als wir schon zusammen waren? Ich weiß es nicht. Ich wollte es nicht wissen. Und ich frage mich, warum es mich nicht interessiert hatte.“

„Na wenigstens hast du jetzt Interesse dafür gefunden.“ Anna holte Luft. „Also, mit Peter hat sich viel aufgestaut. Wir hatten vor unserer Zeit ein längeres Verhältnis zusammen. Immer nur heimliche Geschichten, weil er noch mit Susanne und ich, hm, ja, eigentlich noch mit Frank zusammen war. Also wir waren öfters im Bett. Ich wäre bereit gewesen mich zu trennen. Aber er wollte nicht. Und später tauchte er immer mit diesen aufgedonnerten blonden Tussis auf und ich dachte ‚warum jetzt so eine, wenn er mich hätte haben können‘. Ja, und“, mit leiserer Stimme, „in letzter Zeit, das heißt auch schon vor deiner seltsamen Abreise, haben wir uns wieder ab und zu auf einen Kaffee im Tambosi getroffen. Und es ging da auch schon in die Richtung, die es jetzt genommen hat, ohne dass da jetzt etwas war. Es war oder ist, wie auch immer, eine Spannung da. Von früher wahrscheinlich.“

Georg dachte nach. Nach einer Weile sagte er: „Spannung ist auch so etwas, was mir fehlt. Wie gesagt, ein gutes Duo. Aber die heißen überschwenglichen Gefühle sind nicht da. Nicht mehr da.“

„Geht mir so ähnlich. Leider.“

Keiner von beiden wusste etwas zu sagen. Eine lärmende Schulgruppe zog an Georg vorbei. Anna fasste als erste Mut, das anzusprechen, was in der Luft lag, was zunehmend unvermeidlich wurde.

„Und was nun?“

„Keine Ahnung.“

„Wo sollen wir die großen Gefühle herzaubern?“

„Weiß ich auch nicht. Vielleicht müsste ich nur etwas mehr hinschauen. Vielleicht kommen wieder heftigere Gefühle.“

„Wäre schön.“ Nach einer Pause, in der Anna sich Mut machen musste auch endlich das anzusprechen, was keiner von beiden in den letzten Wochen nur annäherungsweise in Worte kleiden wollte: „Ich will mich nicht trennen.“

„Ich mich auch nicht.“

„Ich hab‘ dich lieb. Trotzdem.“

„Ich dich auch.“

33. Espresso

Januar 17, 2011

 

Spazierend im Park wählte er Annas Nummer bei der Bergwacht. Unruhe breitete sich in ihm aus.

„Ja, schön, dass du anrufst.“

„Ja, schön. Hast du Zeit?“

„Klar, mein nächster Termin ist erst in zwei Stunden.“

„O.k., ich weiß Bescheid. Ich hatte vorhin Peter am Apparat.“

„Ah. So. Dann weißt du, dann hast du schon gehört, dass , ähm …“

„Ja, was?“

„Ja, also, dass da was war. Dass also eigentlich nichts war.“

„So ähnlich hat es Peter auch ausgedrückt. Und?“

„Und was?“

„Trefft ihr euch wieder?“

„Keine Ahnung. Ich weiß nicht.“

„Was weißt du nicht?“

„Ja, was wohl du Blödmann? Du haust ab. Ich muss dir hinterher telefonieren. Ich habe keine Ahnung, was du nachts treibst und dann meinst du auch noch, dich hier als Untersuchungsrichter aufspielen zu können. Du tickst ja nicht sauber.“

„Äh, kann sein.“

Eine Gruppe lachender Mädchen kreuzte Georgs Weg.

„Hier geht es nicht um Peter. Hier geht es nicht darum, ob ich mich wieder mit ihm treffe. Es geht um dich und mich.“ Anna wartete auf eine Reaktion. „Falls dies für dich noch ein Thema ist.“

„Ja, das ist für mich ein Thema. Hör zu, ich habe schon mehrmals versucht zu erklären, dass ich nicht weiß, warum ich damals am Feierabend nach Italien und nicht nach Hause gefahren bin. Ich kann auch nicht sagen, warum ich hier geblieben bin. Ich bin kein Psychologe. Aber es liegt doch auf der Hand, dass es etwas mit dir und mir zu tun hat. Ich weiß nur nicht was.“

„Nach drei Wochen könntest du aber doch eigentlich schon mal mindestens auf Ideen gekommen sein, wenn man bedenkt, dass du nicht wie ich auch noch nebenbei arbeiten musst.“

„Klar geht es mir durch den Kopf, dass mir etwas fehlt in unserem Zusammensein.“

„Was zum Beispiel?“

„Das Dämliche ist, es zu benennen. Es sind halt nur Kleinigkeiten.“

„Dann nenn‘ sie trotzdem. Wie ich dich kenne, sind das für mich keine kleinen Sachen.“

„Mir fehlt halt etwas Besonderes in unserem Zusammenleben. Es ist doch eher ein Nebeneinanderleben. Gut, wir sind ein gutes Team. Aber das kann es doch auf Dauer nicht sein.“

„Ein Team also“, hallte es verbittert zurück.

„Ja, wir sind erfolgreich, jeder für sich in seinem Beruf, nicht unbedingt glücklich. Und wir helfen uns gegenseitig, wo wir können. Aber das allein kann es nicht sein, was auf lange Zeit reichen soll.“

Die ersten 30 Kapitel

November 23, 2010

Zum leichteren Nachlesen die ersten 30 kurzen Kapitel als PDF zum Download: 1. – 30. Espresso

27. Espresso

Oktober 14, 2010

„Was möchten Sie trinken?“

„O.k., du kannst mich duzen. Ich glaub‘ dir, dass du nur schwer einen Bellini von einem van Gogh unterscheiden kannst …“

So schlimm war es nun auch nicht, dachte Georg, aber über die Hintergründe seines van-Gogh-Wissens wollte er jetzt lieber nicht reden.

„… aber was für ein Spezialist bist du dann?“

Georg schaute fragend.

„Was du beruflich machst?“

„Ich bin, ich habe“, er geriet erst ins Grübeln, dann endgültig ins Stocken, „hatte eher mit Büchern zu tun.“

„Bücher, aha. Kunstbücher weniger. Was für Bücher? Romane, Kochbücher, Comics oder Fußballer-Memoiren?“

In Georgs Grinsen mischte sich leichte Enttäuschung. „Nein, leider nicht, nur Romane. Deutsche Autoren vornehmlich. Also ich bin Lektor in einem Verlag.“

„Du bist oder du warst?“

„Gute Frage, nächste. “

„Na gut. Wo kommst du her?“

„Aus München. Ich habe bei einem Verlag in München gearbeitet. Dort bin ich auch noch beschäftigt. Noch ungefähr drei Tage.“

„Du hast gekündigt?“

„Nein, noch nicht. Also ich muss es noch tun. Ich habe noch drei Tage Rest an Urlaub. Dann muss ich entweder wieder an meinem Schreibtisch auftauchen oder ich provoziere die Kündigung.“

„Und du magst nicht mehr?“

„Nicht mögen wäre übertrieben. Ich weiß nur nicht, was ich da soll.“

„Lektor klingt doch nicht schlecht.“

„Ja, klingen tut es nicht schlecht“, wiederholte Georg.

„O.k., war blöd daher gesagt. Was machst du jetzt hier in Italien, also wenn du nicht gerade Bilder suchst, von denen du beim Cappuccino an Nachbartischen gehört hast?“

„Eigentlich nichts Bestimmtes.“ Er dachte nach. „In erster Linie bin ich nicht in München.“

„Das ist ja ein tagesfüllendes Reiseprogramm. Wie lange bist du so schon unterwegs?“

„Zwei Wochen, oder ein wenig mehr. Ich habe natürlich schon was gemacht. Sachen angesehen, Kaffee getrunken und so das Übliche in Italien. Nichts Besonderes.“

„Ja, nehme ich dir sofort ab. Ein Bild eines bedeutenden Malers der venezianischen Frührenaissance aufzusuchen, von dem man nicht das Geringste weiß, ist für dich so das Alltägliche. Du musst ansonsten ein ziemlich spannendes Leben führen, wenn das so das Übliche ist. Was hast du sonst noch Langweiliges vor in Mailand?“

Der unruhig auf ihn gerichtete Blick brachte seine Gedanken durcheinander. Ihre dunklen Augen verrieten Neugierde, was ihn gleichermaßen verunsicherte als auch ermunterte, das Bild des Kunstkenners Haag in seinem Gegenüber durch ein ihm ähnlicheres zu ersetzen.

„Ich würde gerne ins San Siro Stadion, mir ein Spiel von Inter oder notfalls auch vom AC Mailand anschauen. Wenn ich Karten kriege.“

„Hast du sicher in einem Café aufgeschnappt, dass die besonders tollen Fußball spielen, oder?“

„Nein. Natürlich nicht. Von italienischem Fußball verstehe ich mehr als von italienischer Malerei.“

„Das ist ja schon mal was. Aber das übliche touristische Italienprogramm ist das auch wieder nicht. Musst du zugeben.“

„Auch richtig. Jedenfalls wollte ich da als kleiner Junge schon ein Spiel sehen. Das heißt, als kleiner Junge wollte ich da eigentlich spielen. Aber die Talente reichten nur für Germanistik an der Uni, nicht für eine Karriere auf dem Rasen. Wie auch immer, jetzt würde ich gerne mal in dieses Stadion. Kenne ich nur vom Fernsehen.“

„Klingt so, als wenn du wirklich mehr davon verstehen würdest als von Malerei.“

25. Espresso

September 5, 2010

„Nicht wirklich. Eigentlich …“

„Jetzt tun Sie nicht so zurückhaltend. Sie werden ja schon wissen, warum Sie unbedingt die Bellinis sehen wollten.“

„Also im Grunde nicht. Ich habe nur woanders davon gehört. Dass heißt, dass sie bedeutend sein sollen. Deshalb bin ich nach Mailand gefahren.“

„Im Radio, im Fernsehen oder auf einer Kunsthistorikertagung gehört?“

„Nein, an einem Nachbartisch in einem Café in Verona.“

„Und dann reisen Sie nach Mailand, weil zwischen Cappuccino und Gelato jemand über schöne Bilder geredet hat.“

„Letzten Endes ja.“

„Nicht gerade üblich so eine Urlaubsplanung. Ich weiß nicht ob ich Ihnen das glauben soll.“ Sie musterte ihn von oben bis unten. „Sie sehen, wenn ich ehrlich sein darf, nicht so aus wie ein Mann, der sich ziellos dem Müßiggang widmet.“

„Tja, dass kann sein. Also, dass ich nicht so ausschaue.“

„Wie auch immer. Egal, ob Sie Kunstkenner oder Müßiggänger sind, suchen wir die Bellinis und dann können Sie ja beim Kaffeetrinken brillieren. Wenn ich Ihnen glauben soll, ist das ja eher Ihre Welt als das Innere von Museen. Aber eigentlich kaufe ich Ihnen Ihre Zurückhaltung nicht ab. Wahrscheinlich werden Sie mich gleich vor den Bildern mit Fachbegriffen erschlagen, und“ mit einem verschmitzten Lächeln, „können anschließend noch nicht einmal einen Cappuccino von einem Caffelatte unterscheiden.“

Georg fiel nichts Geistreiches darauf ein. Noch nicht einmal etwas Dummes. Wahrscheinlich sah er immer noch wie ein akribischer Lektor aus, dem man zutrauen konnte, dass er nach der Arbeit noch riesige Wälzer über die Kunst der Renaissance durchblättern würde. Gleich wieviel müßiges Nichtstun er in den letzten zwei Wochen vollbracht hatte, man sah es ihm nicht an. Georg stutzte darüber, dass von außen keiner wahrnahm, dass er im Innern nicht mehr der war, der damals aus dem Büro in den Feierabend gegangen war.

Die Frau, die all diese Gedanken in ihm ausgelöst hatte, befreite ihn auch wieder davon. „Ich heiße Monika Lyskirchen. Wenn Sie sich im Museum noch als heimlicher Spezialist für die schönen Künste entpuppen also Frau Lyskirchen, wenn Sie doch mehr von Kaffee verstehen, einfach Monika.“

Georgs Verunsicherung wurde immer größer. Trotzdem nahm er noch einmal einen Anlauf lässig zu erscheinen.

„Georg Haag, mein Name. Und weil ich weiß, dass ich nichts weiß, können wir gleich zu den Vornamen übergehen.“

„Das hat Sie jetzt endgültig verraten. Wer Philosophen zitiert, hat in der Regel keine Ahnung von den feinen Unterschieden in italienischen Bars. Also doch Frau Lyskirchen für Sie.“

Georg merkte, dass er mit dem Spruch von Sokrates endgültig keine Chance mehr hatte, als der zu erscheinen, als der er sich in den letzten Tagen gefiel.

„O.k., taktischer Fehler, um beim ‚Du‘ bleiben zu dürfen. Los, bringen wir die Bellinis hinter uns. Ich werde versuchen, Sie so stark zu enttäuschen, dass Sie mich dann doch Georg nennen.“

„Ich bin gespannt auf die Enttäuschungen, die Sie mir zu bieten haben.“